EcoStream-Kampagne von Erfolg gekrönt

Ein Erfolg für die BDS-Kampagne: der EcoStream-Laden hat Anfang Juli 2014 endgültig zugemacht.

Nachdem zwei Jahre lang mit Demonstrationen, Straßen- und Direktaktionen gegen sie protestiert wurde, hat die EcoStream-Filiale in der südenglischen Stadt Brighton zugemacht.

EcoStream hat folgendes Statement abgegeben: „SodaStream gibt bekannt, dass seine EcoStream-Filiale an der Western Road in Brighton Anfang der Woche geschlossen wurde. Nach dem zweijährigen Testlauf hat die Firma beschlossen, ihre geschäftlichen Aktivitäten auf andere Kanäle zu konzentrieren, insbesondere auf Partnerschaften im Einzelhandel.“

Corporate Watch wurde heute auch von der englischen Warenhauskette John Lewis darüber informiert, dass sie die Produkte von SodaStream aus ihrem Sortiment nehmen würde. Der Pressesprecher von John Lewis sagte: „Vier Jahre lang führte John Lewis SodaStream-Produkte in seinem Sortiment, doch angesichts eines fallenden Umsatzes haben wir uns entschieden, die Produktreihe nicht mehr zu verkaufen.“ Vor den Filialen von John Lewis fanden regelmäßig Demonstrationen statt mit der Forderung, den Verkauf der SodaStream-Produkte einzustellen und die Kunden zum Boykott dieser Produkte aufzurufen.

Hintergrund

Die israelische Firma Soda Club, Eigentümerin der Marke SodaStream, eröffnete 2012 einen neuen Laden in Brighton unter dem Namen EcoStream.

Die Firma SodaStream produziert Maschinen und nachfüllbare Flaschen für die eigene Herstellung von Sprudel, in einer Fabrik in Mishor Adumim. Mishor Adumim ist ein Industriegebiet, das an die Siedlung Ma’ale Adumim in Ost-Jerusalem, im von Israel besetzten Westjordanland, angeschlossen ist.

Im Jahr 2013 führte Corporate Watch Interviews mit palästinensischen Beduinen durch, die von ihrem Land vertrieben wurden, um Platz zu machen für Mishor Adumim. Einer von ihnen erzählte uns:

Es ist uns verboten zu ihnen [den Fabriken] zu gehen. Sie zerstörten unsere Existenzgrundlage, um sie zu bauen und wir wurden evakuiert, damit sie ihre Fabriken bauen konnten. Als sie gebaut waren, hatten wir nichts mehr, wovon wir leben konnten. Im Vergleich zu dem, was wir verloren haben, sind die Gewinne nichts wert. Sie haben unser Leben zerstört, dann haben sie ein paar Leuten einen Job gegeben. Das ist nichts.“

Die Kampagne

Seit der Eröffnung des Geschäfts fanden jede bzw. jede zweite Woche vor dem Laden Demonstrationen statt. Aktivisten von Brighton and Hove Palestine Solidarity Campaign, Brighton Jordan Valley Solidarity, Jews for Boycotting Israeli Goods, lokale Gewerkschaftsaktivisten, studentische Palästina-Solidaritätsgruppen und andere kamen zusammen mit dem Ziel, den Laden zu schließen. Neben den wöchentlichen Kundgebungen nutzten die Demonstranten den Raum vor dem Geschäft, um ein Licht auf die täglichen Aggressionen gegen die Palästinenser zu werfen. Sie sprachen mit Passanten über die Hauszerstörungen durch die Israelis, die auf palästinensischem Land errichtete völkerrechtswidrige Apartheid-Mauer und den Einsatz von israelischen Drohnen bei Angriffen auf die Bewohner Gazas.

Mehrere Massendemonstrationen gegen das Geschäft fanden statt in Brighton. Während des israelischen Angriffs auf Gaza 2012 kettete sich ein Demonstrant an die Eingangstür und der Laden musste zumachen. Vergangene Woche wurde an der dem Geschäft gegenüberliegenden Wand ein riesiges Transparent mit dem Slogan „Freies Palästina“ entrollt.

Bald wurde klar, dass der Druck Wirkung zeigte: der Laden blieb sogar an den Hauptgeschäftstagen leer.

Die Demonstrationen gegen den Laden führten dazu, dass die israelische Botschaft die örtliche Polizei kontaktierte und sie dazu aufforderte, etwas gegen die Demonstranten zu unternehmen. Eine Gruppe formierte sich, die Sussex Friends of Israel (SFI), und versammelte sich samstäglich zu einer Gegendemo. Die zionistischen und christlich-zionistischen Demonstranten warfen den muslimischen, palästinensischen und jüdischen Aktivisten, die gegen den Laden demonstrierten, rassistische Schmähreden an den Kopf. Sie skandierten regelmäßig, dass es „so etwas wie Palästinenser gar nicht“ gebe und bezichtigen jüdische Aktivisten des „Selbsthasses“. Kurz gesagt: SFI benutzte Mobbingtaktiken, um die Demonstranten einzuschüchtern. Jedes Wochenende verursachte ihr grobes Verhalten Chaos vor dem Laden und schreckte die Leute noch mehr davon ab, dort einzukaufen.

Die Schließung des EcoStream-Ladens ist ein Sieg der Macht einfacher Leute gegen einen Konzern, der aus menschlichem Leiden Profit schlägt, sie zeigt, das die BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen) gegen israelische Apartheid, Militarismus und Besatzung immer mehr an Fahrt gewinnt.

Die Palästina-Solidarität Brighton & Hove hat folgende Erklärung abgegeben:

Diese Kampagne hat die Einwohner von Brighton über Menschenrechtsverletzungen im besetzten Palästina aufgeklärt – ihre Reaktion war fantastisch. Sie haben klargemacht, dass sie keine Geschäfte, die Produkte von illegalen israelischen Siedlungen verkaufen, in ihrer Stadt wollen. Die Schließung des britischen Vorzeigeladens von SodaStream in Brighton ist nur ein weiterer Schritt in einer Kampagne, die eine klare Botschaft an die israelische Regierung und die internationale Gemeinschaft sendet: Einfache Bürger mit Gewissen ergreifen Maßnahmen, um Israel zur Einhaltung des Völkerrechts zu zwingen und Gerechtigkeit für das palästinensische Volk herbeizuführen. Wir warnen die anderen Vertreiber von SodaStream-Produkten in der Stadt, dass wir im Auftrag des palästinensischen Volkes unsere Aufklärungskampagne über SodaStream weiterführen werden. Wir gratulieren den Bürgern von Brighton & Hove, die den Unterschied zwischen ethisch und unethisch kennen.“

Quelle: http://www.corporatewatch.org/news/2014/jul/01/ecostream-campaign-victorious

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Palästina/Israel abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s