Großer Aufruhr wegen GVO – Tausende protestieren in Accra

Übersetzung: Einar Schlereth

Die ‚Koalition für die Rechte und Verteidigung der Bauern und gegen GVO‘ (COFAM), eine Graswurzelbewegung von Bauern, Gewerkschaftern, religiösen, politischen und bürgerlichen Organisationen führte eine Demonstration gegen die Einführung des Gesetzes für „Genetisch Veränderte Nahrung und Pflanzenzüchter“ am 28. Januar in den Hauptstraßen von Accra durch.

Danach statteten die Demonstranten Nuumo Sakumo, dem obersten Priester des Ga Mashie Volkes, einen Höflichkeitsbesuch ab.

Anschließend haben führende Organisationen der Koalition wie ‚Food Sovereignty Ghana‘, ‚Convention Peoples Party‘, ‚Centre for Indigenous Knowledge (CIKOD)‘, ‚The General Agricultural Workers Union of TUC‘ und der ‚Rastafari Council‘ die Gelegenheit ergriffen, um im Kulturzentrum die Koalition zu feiern. Beigefügt einige Fotos von der Demonstration.

Die übrigen Fotos in der Quelle des Artikels ansehen.

Hier noch ergänzende Erläuterungen von einem S. B.

Die heutige anti-GVO Demo startete am Nkrumah Kreisel und führte ins Zentrum der Stadt. Eine kleine Gruppe von Rastafaris führte die Demo mit gedruckten Plakaten an. „Say No to GMO!“ war das Thema und drastische Bilder zeigten einen Apfel mit offenem Rachen und Zähnen, Versuchsratten mit widerlichen Tumoren und die Verurteilung Kofi Annans, ein Hauptverteidiger von GVO in Ghana, eine riesige Schachtel mit Bokomo Cornflakes, ein südafrikanisches genetisch verändertes Produkt (das in dem beliebten Accra-Einkaufszentrum erhältlich ist) und viele mehr.

Organisiert wurde der Marsch von der Koalition unter der Schirmherrschaft von Food Sovereignty Ghana und Samia Nkrumah, Tochter von Kwame Nkrumah, war die Haupt-Moderatorin. Ihre Erklärung schilderte die Gefahren von GVO und die Risiken für die ghanaischen Bauern und Bürger, die mit bestimmten Klauseln des stark umstrittenen „Pflanzenzüchter-Gesetzes“ verbunden sind.

Die vorgeschlagene Gesetzgebung ist stark zu Gunsten der GVO-Stahlhelmfraktion (wie Monsanto), die über der landwirtschaftlichen Zukunft Ghanas schwebt, ausgerichtet. Das Gesetz würde ihr praktisch das Monopol für die Belieferung von Ghanas Bauern mit Saatgut zuspielen. Die Gemeinde der Bauern würde völlig abhängig von GVO-Saaatgut werden, das sie gezwungen wären, es immer wieder zu kaufen. Das wäre der Todesstoß für die traditionellen, unabhängigen Methoden der Saatzucht.

Die Bauern des Landes sind nicht voll informiert worden über Risiken und Gefahren von GVO. In Indien haben Tausende von Bauern Selbstmord begangen als direktes Ergebnis der GVO-Einführung in das landwirtschaftliche System des Landes. Das vorgeschlagene Gesetz wurde als der totale Ausverkauf der Nahrungssouveränität Ghanas bezeichnet, mit furchtbaren langfristigen Gesundheitsrisiken für die Nation. Sind GVO-Methoden erst einmal eingeführt, dann ist die negative Auswirkung auf den Boden irreversibel.

Vom Kulturzentrum fuhr ein kleiner Konvoi von Fahrzeugen mit der Presse nach Jamestown, wo ein spontanes Treffem mit traditionellen Chiefs gehalten wurde. Zur Sitzung gehörte die rituelle Begrüßung mit einer Reihe von zeremoniell gekleideten Führern gegenüber der Menge außerhalb des Palastes von Chief Numo Sakumo. Die kurzen Reden wurden aus dem Englischen ins Gaa übersetzt.

Chief Numo Sakumo erinnerte die Versammlung daran, dass Mais für die Gaa-Feier des Homova heilig sei, und dass er gegen jede Durchsetzung von Gesetze Widerstand leisten würde, die nicht umfassend in seinem Einflußbereich diskutiert worden sind. Er ermahnte die Versammlung auch, dass die Frage nicht politisch oder spaltend sein sollte. Wir müssen alle essen, egal welcher Gruppe wir angehören. Seine Aufforderung, die Proteste gegen das Gesetz zu unterstützen, wurde mit rauschendem Beifall von der Menge bedacht. Das Treffen endete mit einer positiven Note ritueller Trankopfer und Gruppenfotos.

Hoffentlich wird das Ereignis zu wachsendem Bewusstsein der Öffentlichkeit führen und einer entschiedenen Verurteilung des Versuchs, GVO-Nahrungsmittel in Ghana einzuführen.

Originalquelle: http://www.modernghana.com/newsthread1/519054/1/

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