Zeichen der Zeit: Abschied von 2013

Von Susanne Schuster

Was mich 2013 vor allem betroffen hat, ist der sich extrem verschärfende Gegensatz zwischen den Habenden und Nicht-Habenden, der in einem immer brutaler und offener stattfindenden Klassenkampf seinen Ausdruck findet.

Daher ist es für mich unfassbar, dass der Kapitalismus immer noch verteidigt wird, wie zum Beispiel vom Verfasser des Leitartikels in der Weihnachtsausgabe unserer konservativen deutschen Lokalzeitung, der bezüglich der Kapitalismuskritik von Papst Franziskus schrieb, dass Demokratie plus sozialer Marktwirtschaft das unschlagbar beste Wirtschaftssystem sei. Man muss ganz schön viel Realitätsverweigerung betreiben, um so etwas zu sagen.

Die letzten Reste an Demokratie und sozialen Errungenschaften werden gerade vor unseren Augen an die Großkonzerne, Banken und Investoren verschleudert und ausverkauft – damit sich das Konsumkarussell immer weiter drehen und die Gier der Anteilseigner bedient werden kann, die doch nie befriedigt werden kann.

Das Kapital hat eine neue Offensive gestartet, um neue Märkte zu schaffen, wo es vorher noch keine gab und bisher öffentliche Güter und Dienstleistungen der Kapitalverwertung zu unterwerfen. Beispiele dafür sind die Verhandlungen zu Freihandelsverträgen zwischen der EU und der USA, der EU und Kanada sowie der USA und den Pazifikstaaten, die neue Verhandlungsrunde der WTO, die Allianz für eine grüne Revolution in Afrika und andere Initiativen.

Das ist ein Zeichen, dass das Kapital immer verzweifelter neue Anlagesphären sucht und dafür immer dreistere und unverschämtere Mittel und Wege sucht. Vielleicht ist das auch eine Gelegenheit für uns Gerechtigkeitskämpfer, denn es sollte bald auch den Unpolitischsten klar sein, was wirklich abläuft und was die Folgen sein werden, wenn man diese Entwicklung nicht stoppt. Was mir dennoch Angst macht, ist, dass die Menschen, die sich nicht mit den Zusammenhängen und Ursachen beschäftigen, nicht vorbereitet sein werden auf eine wirklich schlimme Krise und sich aus Furcht von Demagogen verführen lassen, autoritären oder destruktiven Pseudolösungen zu folgen.

Wir brauchen aber viele entschlossene und mutige Menschen, die positive und progressive Lösungen vorantreiben und verwirklichen. Es ist mein größter Wunsch für 2014, dass immer mehr Menschen ihre Illusionen verlieren und diese Aufgabe anpacken.

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