Ein Lanzenkampf mit Zahnstochern – Die Gründe für die Infragestellung des Konzernjournalismus

Die hervorragenden Analysen von David Cromwell und David Edwards schätze ich wirklich sehr. Seit 2001 arbeiten die beiden mit ihrem Projekt Media Lens unermüdlich daran, den Mythos der liberalen Medien zu enthüllen. Diese Analyse gilt genauso für die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, den Spiegel usw.

Übersetzung: Susanne Schuster, Original: David Edwards, Media Lens

Ein Kritiker, der auf eine unserer jüngsten Analysen reagierte, legte gegen unsere Verwendung des Begriffs „Konzernjournalist“ (corporate journalist) Widerspruch ein.

„Das Problem ist, dass er keine klare Bedeutung hat. Chomsky schreibt regelmäßig Beiträge für ‚Konzernmedien’, genauso wie Pilger, Klein und Michael Moore. Pilgers Dokumentarfilme werden von ‚Konzernmedien’ gesendet. Klein wirbt für ihre Bücher über die ‚Konzernmedien’. Ich könnte noch viele weitere Beispiele nennen …“

Noch schlimmer: „Diese Phrase ist nicht nur beabsichtigt als passiv-agressive Abwertung, sie soll auch diejenigen, an die sie gerichtet ist, entmenschlichen, sie gruppieren und dann en masse diskreditieren.“ (Dom, Media Lens Diskussionsforum, 24. Januar 2013)

Doch die Bedeutung des Begriffes „Konzernjournalist“ könnte kaum klarer sein: Er beschreibt jemanden, der dafür bezahlt wird, für einen Konzern zu schreiben.

Natürlich werden sich alle, die mit unserer Arbeit vertraut sind, keine Illusionen darüber machen, dass wir diesen Begriff als eine Form von Schmeichelei benutzen. Schließlich wurde das Schlüsselprinzip des Unternehmensrechts im 19. Jahrhundert vom englischen Lord Bowen etabliert:

„Das Gesetz verbietet weder Kuchen noch Bier, aber es darf nur dann Kuchen und Bier geben, wenn es für das Wohl des Unternehmens erforderlich ist … Die Wohltätigkeit hat als solche nichts in den Firmenvorständen zu suchen.” (Lord Bowen, zitiert in: Joel Bakan, The Corporation, Constable, 2004, S.38-39)

Dadurch wird authentisches Mitgefühl vonseiten der Konzerne buchstäblich ungesetzlich gemacht. Die amerikanische Anwaltskammer (American Bar Association) beobachtete kürzlich:

„Obwohl wir den Direktoren des Unternehmens zugestehen, die Interessen anderer in Betracht zu ziehen, zwingt das Gesetz sie, dabei eine vernünftige Verbindung zu den langfristigen Interessen der Anteilseigner zu finden.“ (S. 39)

Um es offen zu sagen: Die Regel, dass Konzerne ausschließlich zur Maximierung des Aktionärsvermögens existieren ist „das oberste Gebot, das weltweit als eine Art göttliche, unabänderliche Wahrheit akzeptiert wird,“ kommentiert Wirtschaftsjournalistin Marjorie Kelly (S. 39).

Der kanadische Anwalt Joel Bakan fordert uns auf, sich vorzustellen, wie man jemanden einschätzen würde, der sich weigerte, den Kranken und Sterbenden zu helfen, außer er würde finanziell davon profitieren. Er argumentiert, dass man so jemanden für einen Psychopathen halten würde. Leser, die diese Beschreibung extrem finden, sollten sich die schier unglaubliche Reaktion der Petroindustrie auf die katastrophale Bedrohung des Klimawandels vor Augen halten.

Die bei Konzernmedien beschäftigten Journalisten entscheiden sich dafür, bei genau so einem Arbeitgeber mit den gleichen kaltblütigen Prioritäten zu arbeiten. Wie sollten wir darauf reagieren?

Wie wäre denn unsere Reaktion ausgefallen auf einen Journalisten mit einem dicken Gehaltsscheck von Pravda im stalinistischen Russland oder von Der Stürmer im Nazi-Deutschland der 1930-er Jahre? Die Frage mag vielleicht unverschämt scheinen, doch ist ein globales psychopathisches System der Großkonzerne mehr oder weniger destruktiv als ein national-stalinistisches or faschistisches System?

Die Schwierigkeit, über die Frage vernünftig nachzudenken, liegt zum Teil am Wesen des Problems, das hier angesprochen wird. Bei der Anpreisung ihrer nicht existierenden Tugenden sind die Konzernmedien genauso geschickt wie bei der Marginalisierung ihrer Kritiker. Überdies besitzen sie die erstaunliche Fähigkeit, auch die schrecklichsten Staatsverbrechen („Fehler“) irgendwie trivial, unwichtig erscheinen zu lassen, „nicht so schlimm“. Eben diese Täuschung des Systems lässt den Vergleich mit totalitären Medien viel weniger unverschämt erscheinen als er tatsächlich ist.

Freilich ist die Frage sinnvoll. Man muss sich nur umsehen: die zerstörerischen westlichen Angriffskriege, die von der Kriegswirtschaft angetriebenen massenhaften Tötungen, die wirklich furchteinflößende, vielleicht endgültige, Ausbeutung von Menschen und Natur – wir sehen eine Welt, die von psychopathischer Gier zerstört wird. Chris Hedges, ehemaliger Journalist der New York Times, sieht „die liberale Klasse“ – dazu gehören auch die großen „Qualitäts“-Medien – folgendermaßen:

Aus der liberalen Klasse ist ein nutzloses und verachtetes Anhängsel der wirtschaftlichen Macht geworden… sie verschmutzt und vergiftet das Ökosystem und steuert uns auf eine Welt zu, in der es nur Herren und Knechte geben wird.” (Hedges, Death Of The Liberal Class, Nation Books, 2011, S.12)

Journalisten sind Mitspieler in diesem System. Doch die reine Bereitschaft, dabei mitzumachen, sagt über die Motive der beteiligten Individien nichts aus. Es gibt zwar wirklich einige, die zynische Diener von Gier und Macht sind. Doch andere meinen es ernst, sie versuchen, das System von innen zu verbessern und sogar zu reformieren. Obwohl wir ihrer Strategie nicht zustimmen, akzeptieren wir, dass es eine angemessene Position ist; vielleicht bietet sie sogar die beste Hoffnung darauf, dass fortschrittliche Ansichten bei einem Massenpublikum verbreitet werden können (wir stellen uns freilich der Möglichkeit, dass wir Unrecht haben).

Unser wirkliches Interesse und Bemühen ist niemals das Fällen von Urteilen gewesen, vielmehr stellen wir heraus, was sogar die besten Journalisten über das System, in dem sie beschäftigt sind, unmöglich sagen können. Zum Beispiel können Konzernjournalisten Fragen dieser Art fast nie ehrlich beantworten:

„Welche Auswirkung hat die Abhängigkeit Ihrer Zeitung von der Werbung für 75 Prozent ihrer Einkünfte auf den Inhalt der Zeitung?”

Noam Chomsky kann diese Frage ehrlich beantworten, genauso wie Edward Herman. Ihr vor 25 Jahren veröffentlichtes Buch Manufacturing Consent ist die vernünftigste Analyse der strukturell bedingten tendenziösen Berichterstattung (media bias), die wir bisher gesehen haben. Beide Autoren leben noch; Chomsky ist ein bahnbrechender Sprachwissenschaftler und einer der meistgelesenen politischen Analysten weltweit. Dennoch ist das Buch von den Großen des Konzernjournalismus ignoriert worden. In den vergangenen fünf Jahren ist es in allen nationalen britischen Zeitungen acht Mal erwähnt worden, alle davon flüchtige Erwähnungen (ein oder zwei Sätze) ohne ernsthafte Analyse des Inhalts. Die Worte „Noam Chomsky“ und „Propagandamodell“ (das zentrale Thema des Buches) sind in den vergangenen 20 Jahren in insgesamt zwei Artikeln der nationalen Presse in Großbritannien aufgetaucht.

Unserer Erfahrung nach ist es unwahrscheinlich, dass ein Konzernjournalist diese Frage überhaupt beantwortet. Er oder sie mag sich mit einer vagen Geste in Richtung Wahrheit bewegen, in den sicheren Grenzen eines Buches im Stil eines Andrew Marr, ehemaliger Leiter des Ressorts Politik der British Broadcasting Corporation (BBC):

„Doch die größte Frage ist, ob Werbung das Nachrichtenprogramm beschränkt und umformt. Natürlich tut sie das. Es ist schwer, schwarze Zahlen zu schreiben, wenn man den Leuten, die die Schecks ausstellen, in den Hintern tritt.“ (Marr, My Trade, Macmillan, 2004, S.112)

Wie in diesem Fall wird es aber keinen Versuch geben, den Konsequenzen eines offensichtlich grundsätzlichen Problems auf den Grund zu gehen, keinen Versuch, wichtige Beispiele aus eigener Erfahrung zu geben, Alternativen zu diskutieren und absolut kein Versuch, die Öffentlichkeit zum Handeln aufzurufen.

Man könnte noch eine andere Frage stellen, vielleicht an einen Journalisten des Independent:

„Welche Auswirkungen hat das Ziel der Profitmaximierung unter dem milliardenschweren Eigentümer auf die Fähigkeit Ihrer Zeitung, ehrlich zu berichten?“

Man muss vorsätzlich blind sein oder vielleicht noch nie bei einem Großkonzern gearbeitet haben, um nicht zu begreifen, dass eine Kritik an der Firma, am Produkt, am Eigentümer – womit angedeutet wird, dass das Produkt schädlich ist und die Kunden woanders hingehen sollten – mit der Profitmaximierung des Unternehmens unvereinbar ist. Sie kann nicht toleriert werden, denn aus einer gewinnorientierten Perspektive heraus ist sie selbstzerstörerisch und absurd. Es ist als würde ein Fußballspiel ausgetragen, bei dem eines der Teams versucht, Eigentore zu schießen. Worin läge der Sinn? Warum sich überhaupt abmühen?

Das Problem geht viel tiefer, denn das de facto Verbot einer strukturellen Selbstkritik erstreckt sich von Diskussionen der Journalisten über ihr eigenes Medienunternehmen bis zu den Widersprüchen, mit denen die „freie Konzernpresse“ im Allgemeinen behaftet ist. Whistleblower, die die Wahrheit sagen, werden „radioaktiv“, nicht einstellbar und sind nirgends willkommen.

Durchdringung der Medienfilter

Das bisher Gesagte bedeutet keineswegs, dass unabhängige Kommentatoren wie Chomsky und Herman führende Medienmanager davon überzeugen können, in diesen Zeitungen ehrliche Analysen über ihre Zeitungen zu veröffentlichen. Chomsky, zum Beispiel, hat im Guardian noch nie eine strukturelle Analyse über den Guardian veröffentlicht. Relative Freiheit ermächtigt Dissidenten nicht dazu, Medienfilter zu durchdringen.

Unsere Analyse sollte aber auch nicht so verstanden werden, dass diese tabuisierten Fragen nie behandelt werden. Der Guardian veröffentlichte eine ziemlich ehrliche Analyse des Problems der Werbung im Zeitalter des Klimawandels. Doch im Grunde genommen war dies nur ein redaktionelles Zugeständnis an einen hoch angesehenen Journalisten, der von Medienaktivisten unter Druck gesetzt wurde, um zu beweisen, dass seine Ehrlichkeit so kompromisslos war wie behauptet. Als der Beweis erbracht war, hat man die vorgebliche Besorgnis fallen gelassen und die Werbepolitik und –praxis des Guardian blieb unverändert.

Kritiker nehmen unsere Argumente gerne persönlich und kommentieren, dass dies, zum Beispiel, eine „gehässige“ und „undankbare“ Reaktion auf die gutgemeinten Bemühungen des Guardian sei. Wir meinen dies überhaupt nicht „gehässig“. Wir betrachten auch die seltenen Momente der Ehrlichkeit auf den Meinungsseiten der Konzernmedien nicht als etwas, für das man dankbar ist. Wir verstehen dies, und eine ganze Menge mehr, als ein Menschenrecht.

Ironischerweise sind Linke unsere erbittertsten Widersacher. Dissidenten werden als heroische Figuren angesehen, manchmal aus gutem Grund, die im Bauch des Konzernkolosses ihren Kampf führen. Linke argumentieren, dass sie nach besten Kräften „unterstützt“ werden sollten; damit meinen sie, dass man sie von rationalen Infragestellungen verschonen sollte. Unsere Kritik wird manchmal als eine Art persönlicher Verrat gesehen, als gefährlich an der Moral zehrend. Vielleicht werden diese (oft sehr kämpferische) politischen Kommentatoren den Mut verlieren und aufgeben! Dieses Argument – als Reaktion auf eine winzige, marginale Dissidentengruppe – zeigt eine echte Verachtung für die offene Diskussion und freie Meinungsäußerung.

Man ist ferner besorgt darüber, dass der Brückenkopf der Konzerne nicht auf eine Art und Weise provoziert werden soll, die zum Rauswurf linker Spione führen könnte. Der Medien-Moloch soll besänftigt, von der Vernunft überzeugt werden, auf einen wohlwollenderen Pfad eingeschwenkt werden.

Das letztgenannte Argument hatte für eine sehr lange Zeit großes Gewicht, auch bei uns. Doch in jüngster Vergangenheit hat es eine Veränderung gegeben, die man nicht ignorieren kann und wodurch linke und grüne Aktivisten gefordert sind, ihre Annahmen genau unter die Lupe zu nehmen. Diese Veränderung ist der Klimawandel.

Trotz eines Vierteljahrhunderts zunehmender, mittlerweile unleugbarer, Beweise einer sich abzeichnenden Klimakatastrophe macht die Medienberichterstattung nur einen Bruchteil dessen aus, was sie Ende der 1980-er Jahre am Anfang unserer Kampagne ausmachte. Vor allem im vergangenen Jahrzehnt wurden Umweltbewegungen im Hinblick auf den Klimawandel von Konzerninteressen mehr oder weniger in die Flucht geschlagen, wobei die Medien den Angriff an vorderster Front anführten. Das Argument, dass Progressive diese Medien weiterhin besänftigen, Linke innerhalb des Konzerns unterstützen und nicht die offensichtliche Wahrheit bekannt machen sollten, ist so angreifbar wie nie zuvor.

Der Mangel an Stellungnahmen von Konzernmedien-Dissidenten wie Robert Fisk, Naomi Klein, Mark Weisbrot, Owen Jones und Glenn Greenwald vermittelt den Eindruck, dass eine strukturelle Medienanalyse ein unverbindliches Thema ist: man kann es interessant finden und diskutieren oder auch nicht, es ist fast Geschmackssache. Doch in Wirklichkeit passieren öffentliche Informationen in Bezug auf alles, was diese Autoren interessant finden – Bürgerrechte, Krieg, Klimawandel, wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Massenkonsum – durch strukturelle Medienfilter, die für alle diese Diskussionen eine nicht von der Hand zu weisende, wesentliche Rolle spielen. Die stillschweigende Annahme, dass sie das nicht tun, ist eine der notwendigen Illusionen des Propagandasystems.

Als wollte man einen Zehntonnen-LKW mit einem Zahnstocher bewegen

Die Kritik an unserer Analyse übersieht auch unseren Versuch, ein in das Mediensystem eingebautes zentrales Ungleichgewicht anzusprechen. Journalisten haben viel zu verlieren, wenn sie ihre eigenen und andere Medien kritisieren, und sie gewinnen, wenn sie ihre Vorzüge aufbauschen. Twitter ist randvoll von Journalisten, die ihre Kollegen, Redakteure, potenzielle Verbündete und zukünftige Arbeitgeber loben und sie punkten auch, wenn sie offizielle „Bösewichter“ wie Chomsky, Julian Assange und Hugo Chavez scharf kritisieren. Wie Chomsky bemerkte, ist die politische Klasse „Meister der Selbstbeweihräucherung“. Wir müssen wohl kaum darauf hinweisen, dass TV- und Zeitungsjournalisten oft als nationale Ikonen gefeiert werden.

Es ist offenkundig, dass die Selbst-Darstellung der Medien als im Grund genommen gute Absichten verfolgend, abgesehen von ein paar faulen Äpfeln in der Murdoch’schen Presse, auf den Meinungsseiten kaum oder nicht hinterfragt wird. Wir tun uns schwer mit der Vorstellung, dass unsere winzig kleine Gegenstimme zu dieser Selbstbeweihräucherung irgendwie „unfreundlich“ oder „unfair“ ist. Chomsky schrieb uns einmal:

„Ich bin sehr beeindruckt von euerer Arbeit, obwohl es so ist als wollte man einen Zehntonnen-LKW mit einem Zahnstocher bewegen. Sie werden eine Bloßstellung nicht zulassen.“ (Chomsky, E-Mail an Media Lens, 14. September 2005)

Diese Weigerung, sich bloßstellen zu lassen begünstigt Verbrechen von ungeheuren Ausmaßen.

Angesichts der Katastrophe, von der Irak in den vergangenen 10 Jahren seit der Invasion 2003 heimgesucht worden ist, haben eine Anzahl von Journalisten ihre eigene Leistung still beklagt. Nick Robinson, politischer Redakteur der BBC, schreibt in seinem Buch Live from Downing Street:

„Die Vorbereitung für die Invasion in den Irak ist der Punkt in meiner Karriere, an dem ich es bereut habe, nicht starker nachgebohrt und nicht mehr Fragen gestellt zu haben…” (Robinson, Live from Downing Street, Transworld, 2012, S. 332.)

Jeremy Paxman von der BBC hat im Hinblick auf die Behauptungen der USA und Großbritanniens zugegeben:

„Ich stelle mich offen der Anschuldigung, dass wir getäuscht wurden. Ja, das ist offensichtlich.“

Der (damals) leidenschaftlich für den Irak-Krieg argumentierende Kolumnist Johann Hari vom Independent bot eine mea culpa unter dem Titel: „Ich habe mich schrecklich geirrt – und die Beweise hätten von Anfang an klar sein sollen.“

Doch Tatsache ist: Sogar die zynischsten, rechtskonservativsten Medienpropagandisten, die sich an diesem abscheulichen Verbrechen mitschuldig gemacht haben, haben dafür keinen Preis bezahlt – ihren glänzenden, lukrativen Karrieren hat dies keinen Abbruch getan. Die Begünstigung der Tötung hundertausender unschuldiger Zivilisten im Ausland ist eine Funktion von Medienmacht ohne Verantwortung.

Fazit

In einem Versuch, den Zauber und das Schweigen zu brechen, benutzen wir absichtlich eine provokante Sprache. Wir glauben, dass die Medien viel vergifteter sind als es sich die meisten vorstellen können. Aus unserer Perspektive kann die Wahrheit über die Massentäuschung der Konzernmedien nur ehrlich kommuniziert werden durch eine Sprache, die viele Medienkonsumenten unverschämt finden.

Wir sind auf jeden Fall eine seltene Stimme. Die meisten politischen Kommentatoren träumen von einer vertraglichen, regulären Kolumne im Guardian oder Independent, davon, eine TV-Persönlichkeit zu werden. Wir haben zugesehen, wie einige jüngere Journalisten auf der Linken – einige von ihnen begeisterte Kommentatoren auf unserem Internetforum – ihre Worte und ihren Ton vorsichtig auf die angestrebte Inklusion in den Konzernmedien zugeschneidert haben. In dem Moment, in dem die Inklusion möglich oder wirklich wird, hören sie damit auf, Kommentare auf unserer Webseite zu verfassen oder unsere Arbeit zu erwähnen und stimmen ein in den Chor der Denunziationen leitender Redakteure, die uns als „unverantwortlich“ und „extrem“ missbilligen.

Im Jahr 2001 entschieden wir uns – fast aus Spaß – als eine Art von Experiment, dass wir das „Gentleman’s Agreement“ der Medien im Hinblick darauf, was geschrieben werden darf und was nicht, nicht mehr einhalten würden. Erstaunlicherweise können wir uns ernähren und ehrlich schreiben, dank der ungeheuren Großzügigkeit unserer Leser. Im Gegensatz zu so vielen Kommentatoren haben wir wirklich nichts zu verlieren.

Dies macht aus uns keine Heiligen, noch haben wir recht. Doch es stellt die Behauptung in Frage, dass wir – dem Zehntonnen-LKW der Medien tragikomisch mit einem Zahnstocher zu Leibe rückend – mehr Schaden anrichten als Gutes tun.

Quelle

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